Oberwallis

 

Geografie/ Allgemeine Lage

Das Wallis besteht (mit Ausnahme eines kleinen Gebiets jenseits des Simplonpasses) aus dem Tal der Rhone (Rotten) vom Rhonegletscher bis zum Genfersee und den Seitentälern. Das Wallis wird in 3 Regionen unterteilt, das Ober- Mittel- und Unterwallis. Meist wird aber einfach vom Ober- und Unterwallis geredet. Das Oberwallis besteht aus dem östlichen Teil des Wallis. Es grenzt an das Berner Oberland, Kanton Uri, Kanton Tessin und an Italien.

Im Oberwallis (Mischabel- und Monte-Rosa-Massiv) findet man die höchsten Bergen der Schweiz, die Dufourspitze mit 4634 m.ü.M. (höchster Berg der Schweiz), Dom 4545 m.ü.M. (höchster ganz auf Schweizer Staatsgebiet liegender Berg), Liskamm 4527 m.ü.M., Weisshorn 4505 m.ü.M., Täschhorn 4490 m.ü.M. und das Matterhorn 4478 m.ü.M. Auch befinden sich im Oberwallis die drei grössten Gletscher der Alpen, der Aletschgletscher, der Gornergletscher und der Walliser Fieschergletscher.

Karte des Wallis in Ober-(pink) Mittel-(blau) und Unterwallis(grün) unterteilt:

 

Karte des Oberwallis mit wichtigsten Ordschaften:

Sprachen

Im Oberwallis (östlich von Sierre/Siders) wird deutsch bzw. ein höchstalemannischer Dialekt, das Walliserdeutsch gesprochen, im Unterwallis hingegen (westlich von Sierre) spricht man französisch bzw. teilweise noch frankoprovenzalische Mundart (romanische Sprache). Die Walliser Dialekte weisen eine starke regionale Gliederung auf. In früheren Zeiten hatte fast jedes Dorf seinen eigenen Dialekt, so dass daran die Herkunft einer Person erkannt werden konnte. Wegen der stärkeren Durchmischung verschwinden jedoch inzwischen solche Unterschiede. Heutzutage kann oft noch gesagt werden, aus welchem Tal die betreffende Person kommt. Der Walliserdialekt wird in zwei Hauptidiome Gruppe West und Gruppe Ost unterteilt. Die Gruppe Ost umschliesst den östlichen Teil des Oberwallis bis Gamsen bei Brig und die Gruppe West die Vispertäler und den Teil ab Visp westwärts bis Siders/Sierre. Diese Unterteilung wird auf die verschiedenen Einwanderungsrouten der Alemannen im 9. Jh. zurückgeführt. So heisst z. B im westlichen Oberwallis der Frühling „Üüstag“ und im östlichen Oberwallis „Langsi“.

Baustile

Der Stadel

Der Stadel ist auf hölzernen Stelzen gebaut, an dessen oberen Ende sich Steinplatten befinden, damit die Mäuse nicht in das Innere des Stadels gelangten. Das Dach ist auch mit Steinplatten gedeckt, wie es früher üblich war und noch heute auf manchen Ferienhäusern gedeckt ist. Früher wurde der Stadel vor allem für die Lagerung des Getreides bis zum dreschen verwendet. Das Getreide wurde in den Äckern, die sich unterhalb des Stadels und sich bis zur Mühle erstrecken, angebaut. Das Getreide wurde zu „Garpen“ zusammengebunden und auf dem Feld zum Trocknen ausgelegt und später in mehreren Stadeln untergebracht, bis man es mit dem Holzflegel gedroschen hat. Dann wurde das Korn durch die Kornwanne geschleudert und das nun reine Korn in Säcke abgefüllt und zur Verarbeitung in die Mühle gebracht.

Heute werden die erhaltenen Stadel eher als Gerümpelkammer gebraucht oder stehen leer.

Walliserhäuser

Der Hausbau im Wallis hat (wie in anderen alpinen Regionen) eine erstaunliche Metamorphose durchlaufen, deren Ursachen eine wirtschaftliche Neuorientierung und die Verwendung anderer Baumaterialien sind.

Das traditionelle Walliserhaus wurde bis etwa 1950 im Wallis gebaut. Viele Walliser waren damals Bauern und wohnten in ihren Walliserhäusern. Bis schlussendlich Einwanderer kamen und Hotelblöcke aufstellten und sich die ganze Bauart veränderte.
Das traditionelle Walliserhaus wurde jedoch so gebaut: Kantholzblockbau sind auf einem Trockensteinsockel gebaut worden. In der Regel verwendete man dazu rohe, behauene Lärchenbalken, diese wurden mit zunehmendem Alter immer härter und widerstandsfähiger. Auf Grund des Risikos des beinahe dauernd brennenden Herdfeuers baute man die Küche zunächst in einen steinernen Herdstock ein, der auch Feuerecke genannt wird. Daraus entwickelte sich später ein Steinbau, der an den hölzernen Wohntrakt angefügt wurde und die Feuerstelle und die Küche umfasste.
Da meist mehrere Familienmitglieder oder mehrere Familien gemeinsam ein Haus bauten, wiesen diese mehrere Obergeschosse auf. Stockwerkeigentum war die Regel. Der Zugang zu den einzelnen Wohnungen erfolgte über steinerne oder hölzerne Wangentreppen.
Die Hauptfassade wurde lediglich durch Fensterzeilen und angehängten Blumenschmuck unterbrochen. Ein Balkon war im traditionellen Walliserhaus nicht bekannt. Den Abschluss des Hauses bildeten Firstbalken und Pfetten (parallel zum Dachfirst verlaufende Balken.

Tradition

Tradition wird im Wallis noch heute tagtäglich und wahrhaftig gelebt. Jung und Alt nehmen an Kuhkämpfen und Alpaufzügen teil, religiöse Feste und Prozessionen werden seit jeher feierlich begangen und alte Bräuche christlichen und heidnischen Ursprungs wie selbstverständlich ins moderne Leben integriert.

Essen bedeutet im Wallis mehr als blosse Verpflegung. Denn beim Essen erlebt man die Walliser Tradition mit ihrer Lebenslust und ihrem gastronomischen Ideenreichtum.

Ringkuhkämpfe

Diese kleinen, aber starken schwarzen Kühe mit den kräftigen kurzen Hörnern haben mehr als anderen, den Instinkt für die hierarchische Ordnung ihrer Tiergattung behalten. So kämpfen sie ab Beginn des Frühjahrs unter sich um die Würde der Königin als Anführerin des Alpaufzugs.
Die Kämpfe werden nicht organisiert. Ganz spontan wählt sich jede Kuh ihren Partner selbst: sie hört mit Grasen auf, neigt den Kopf, schnauft laut und kratzt mit den hinteren Hufen am Boden. Wenn eine Kuh von gleicher Stärke die Herausforderung annimmt, geht sie ersterer mit derselben Haltung entgegen. Die Annäherung erfolgt vorsichtig und langsam. Der Kampf beginnt, die Köpfe prallen aufeinander, die Hörner kreuzen sich. Jede Kuh sucht nach einem guten Stand, dann stemmen beide sich gegenseitig und stossen mit aller Kraft, rücken vor, treten zurück, je nach ihrer Stärke. Nach dem Kampf, der mehrere Minuten dauern kann, macht die Verliererin kehrt und entfernt sich, verfolgt von ihrer siegenden Rivalin, die ihr noch ein paar Stösse mit den Hörnern verabreicht. Neben diesen spontanen Kämpfen werden seit einigen Jahren auch Wettbewerbe organisiert, um eine regionale oder kantonale Königin zu erküren.

Essen und Trinken

Kulinarisch gesehen müsste man eigentlich zwei Walliser Küchen unterscheiden: Die urchige aus dem Oberwallis, wo die Gerichte ganz ähnlich wie die Sprache robust und originell sind; und die etwas elegantere im Unterwallis, wo viel mit Wein gekocht wird und auch früher schon eine etwas reichhaltigere Auswahl an Nahrungsmitteln zur Verfügung stand. In dieser Gegend werden die Spezialitäten zudem auch mit französischen Namen bezeichnet.

Das Wallis ist das Land der abwechslungsreichen Tischgenüssen. Es gibt kein Seitental, das nicht sein Rezept hätte, keine Gegend, die nicht stolz wäre auf ihre Küchenspezialitäten.
Niemand isst einfach, was er isst, denn alle Gerichte werden in einem Zusammenhang, einer Umgebung gegessen.
Eine Mahlzeit, im Sommer auf der Alp im Freien genossen, schmeckt anders als dasselbe Gericht zu Hause oder in einem städtischen Restaurant.
Nicht unwesentlich prägen auch die jeweiligen Nachbarn das eigene Essen. Da die Schweiz klein ist und viele Nachbarn hat, gehen ihre Essgelüste auch immer über die eigenen Grenzen hinaus. Die Tatsache, dass seine Teilung in Unter- und Oberwallis mit der deutsch-französischen Sprachgrenze zusammenfällt, bedeutet auch das Aufeinandertreffen zweier Kulturen, damit auch zweier Esskulturen.
Käse gehört schon seit langem zu den Hauptnahrungsmitteln vom Wallis, denn die vielen Seitentäler überlebten vor allem dank ihrer Alpwirtschaft. Am Feuer gebratener Alpkäse, mit dem Brotmesser am harten Walliser Brot abgestreift, war einfach ein Genuss, nicht nur für den Gaumen, sondern auch als Zeremonie. Hartes Brot gibt zudem viel zu kauen, was ja besonders gesund ist.

Klima

Durch den Schutz der umliegenden Berge ist das Haupttal des oberen Wallis, aber auch das untere Vispertal ausgesprochen trocken und warm (Steppenklima). Die Wasserversorgung wird vielerorts durch schon im Mittelalter angelegte Wasserleitungen (Suonen, Bisse) gewährleistet.

Landwirtschaft und Weinbau

Gemüsebau

Die gesamte Rhoneebene ist eine strahlende Gegend, wo die Walliser Sonne Früchte und Gemüse in kies-, sand- und lehmhaltigen Böden reifen lässt. Schon seit jeher fühlten sich Mandel-, Feigen- und Granatapfelbäume in den fruchtbaren Schwemmböden der Rhoneebene wohl. Ein prachtvoller Obst- und Gemüsegarten, den man das schweizerische Kalifornien nennt.

Weinbau

 

Das Wallis ist ein Land des Weinbaus. In Visperterminen hoch über dem Tal der Vispa liegt auf ca. 1100 m Höhe der höchste Weinberg Europas. Die Rebberge sind fester Bestandteil der Schönheit der Landschaft, die sich dem Wanderer bietet. Der Walliser Rebberg wurde Stein auf Stein aufgebaut, wobei jeder Quadratmeter dem Fels und den Steilhängen abgerungen ist. Die Reben klammern sich an die steil gegen das Rhoneufer hin abfallenden Flanken und breiten sich auf schmalen Terrassen zwischen kilometerlangen Trockensteinmauern aus, die bisweilen eine Höhe von 20 Metern erreichen. Diese unter extremen Bedingungen angebauten, einer optimalen Sonneneinstrahlung ausgesetzten Rebberge lassen jenes Gefühl der Bewunderung aufkommen, das man beim Betrachten eines grossen Kunstwerkes empfindet.

Ein bekanntes Weindorf im Oberwallis ist Salgesch. Salgesch ist vor allem für seine Rebberge und seinen Wein bekannt. Über 200 Hektar Rebberge und über 40 Weinbetriebe prägen das heutige Dorfbild. Auch beweisen die seltenen Pflanzen- und Tierarten, dass es sich um ein Weindorf des Südens handelt, wo vorzügliche Weine und regionale Köstlichkeiten stark verankert sind.

Weitere Informationen zu verschiedenen Weinsorten und über ihre Lagerung und Zubereitung finden Sie hier.

Skigebiete im Oberwallis

Im Oberwallis kann man herrlich Skifahren und andere Wintersportarten betreiben.
Dem Urlauber stehen dabei Unterkünfte, wie Ferienwohnungen, Chalets oder Hotels in allen Kategorien zur Verfügung.
Die „Schlagader“ des Oberwallis ist das Rhonetal. Das Tal wird umrahmt von den wunderschönen Bergen. Durch die Seitentäler gelangt man zu den bekannten Orten Zermatt, Saas- Fee, Crans-Montana und Verbier.

Im Wallis befinden sich jedoch über neun Skiregionen und zahlreichen Skigebiete auf über 3000 Höhenmeter, sie heißen Arolla, Bellalp, Crans-Montana, Lauchernalp, Saas-Fee, Saas-Grund, Val d’Anniviers, Les 4 Vallées und Zermatt. Herrliche Pisten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bieten für jeden Skifahrer das Richtige im Skiurlaub. Die kilometerlangen Langlaufloipen sind sehr gepflegt. Man kann auch tolle Wanderungen in einer traumhaften Winterlandschaft unternehmen, Schneeschuhlaufen, Rodeln, Snowboard fahren oder Schlittenfahren. Den Freizeitmöglichkeiten im Skiurlaub sind keine Grenzen gesetzt.

Zermatt

Zermatt ist ein wunderbares Skigebiet im Winter wie auch im Sommer. Im Sommer kann man auf über 20 km Pisten Skifahren, im Winter jedoch locken 313 km für jedes Niveau. Skifahren ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit sich sportlich zu betätigen. Weitere Aktivitäten locken die Touristen an: Gletscherabfahrten, Half Pipe für Jumps, Kickers, Rails etc,. Heliskiing, Ski- und Snowboardschulen und so weiter. Weitere Informationen über Zermatt finden Sie hier.

Forest Fun Park

Auch im Sommer gibt es in Zermatt viele Attraktionen wie der Forest Fun Park, indem man über Hängebrücken geht, Bäume hinaufklettert, kurz gesagt ein Abenteurer für gross und klein.

Weitere Informationen zum Forest Fun Park finden Sie hier.

 

 

 

 

  

 

Matterhorn Museum in Zermatt

Das Matterhorn-Museum erzählt die spannende Geschichte des Matterhorns.
Von seinem afrikanischen Ursprung, über das schreckliche Drama der Erstbesteigung bis heute.
Ein weiterer Punkt des Museums ist auch Zermatt, dem kleinen Bauerndörfchen, dass zum Weltkurort wurde.

Jedoch ist dieses Museum was spezielles, denn es besteht nicht aus Glasvitrinen sonder in einem versunkenen Dorf, dass von Archäologen freigelegt wurde: Zermatt im 19. Jahrhundert.

Matterhorn

Das Matterhorn ist das Wahrzeichen der Schweiz, der schönste Berg der Welt, der meistfotografierte und der Gipfel aller Gipfel für echte Bergsteiger.

Der 4478 Meter hohe Berg wird von vielen Menschen von allen Kontinenten versucht zu bezwingen. Jedoch ist es eine echte Herausforderung. Wer ihn besteigen möchte braucht nicht nur eine super Kondition, sonder Bergerfahrungen und muss vor allem schwindelfrei sein.
Die Ersten, die das Matterhorn bestiegen haben, waren sieben junge Männer, die angeführt wurden vom Engländer Edward Whyper. Sie bestiegen den Berg vor 143 Jahren, genauer am 14. Juli 1865. Jedoch liessen sie damals ihr Leben. Noch heute weiss man nicht, ob das Seil damals gerissen ist, oder ob es Mord war.

Kurorte

Eines der bekanntesten Kurorte der Schweiz und der umgebenden Ländern ist das Leukerbad. Es ist der grösste Thermalbade- und Wellnessferienort der Alpen. Die Thermalbäder und die Wohlfühlangebote sind mehrheitlich öffentlich zugänglich und stehen den Gästen ganzjährig offen.
Nebst dem Wellness bietet Leukerbad ein breites Sport und Kulturangebot: Tennis, Squash, Badminton, Tischtennis, Minigolf, Boccia, Fitness, Fussball und Leichtathletik. Im Sommer werden auch geführte Bergtouren sowie der imposante Klettersteig aufs Daubenhorn angeboten. Auch das Ski und Snowboard fahren geht im Leukerbad nicht unter, es besitzt ein kleines Skigebiet, das aber nicht sehr bekannt ist.

Open Air Gampel

Das sympathische Walliser Open Air hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht, es gehört zu der ersten Liga der Schweizer Open Airs. Gampel ist heute das zweitgrösste Deutschschweizer Open Air.

Es unterscheidet sich von den anderen Festivals durch die spezielle Atmosphäre inmitten einer imposanten Kulisse der Alpen.
Dieses spezielle Ambiente ist mittlerweile auch bei den Stars bekannt.

Weitere Informationen zum Open Air in Gampel finden Sie hier.

Sonnenuhren

Im Oberwallis gibt es zahlreiche Sonnenuhren die z. B die Fassade eines Hauses verzieren.

Diese hier befindet sich in Ried bei Brig.

Für die Suche von weiteren Sonnenuhren im Oberwallis klicken Sie bitte hier. Die Sonnenuhren sind nach Postleizahl geordnet.

 

Um noch mehr über den Oberwalliser Tourismus zu erfahren klicken Sie bitte hier.

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